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  19.01.2004
9,5 mm – das erste Amateur-Filmformat (Teil 21)


Internationale Beziehungen von 9,5 mm

Die Bemühungen der Schweizer 9,5-mm-Filmamateure bleibt auch im Ausland nicht unbeachtet. Die Zeitschrift «Schweizer Schmalfilm» wird auch in 30 weiteren Ländern gelesen, und so hatte 9,5 mm bei vielen Filmclubs in ganz Europa entscheidende Geburtshilfe geleistet.

Von Ernst Wolfer

Unsere Bemühungen wurden auch im Ausland bemerkt. Der «Schweizer Schmalfilm» (SSF) wurde in 30 Ländern gelesen, und so fiel auch unsere Rubrik «Rund um den 9,5-mm-Film» auf und brachte manche Auslandkontakte.
Helmuth Bohl in München, der auch beim «Schweizer Schmalfilm» mitarbeitete, brachte in Deutschland eine eigene Zeitschrift, die «Neunfünf» heraus, die sich, wie der Name ja andeutet, voll mit unserm Format befasste. Gerhard Brumm in Berlin war eifriger Amateurastronom und -filmer, der beide Hobbies in idealer Weise kombinieren konnte. Hans Gütle in Überlingen war ein eifriger Förderer unseres Formates am Bodensee. Mit ihm zusammen hatten wir Vorführungen in Überlingen und Konstanz durchgeführt. Dabei hatte an der Grenze der Zöllner einige Mühe mit unseren Filmrollen. Wie sollte er sie kennzeichnen, um eine zollfreie Wiedereinfuhr zu ermöglichen. Nach einigem Überlegen knallte er seinen violetten Stempel auf die Filmdose.

Walter Korb im Saarbrücken gehörte zu den Gründungsmitgliedern des dortigen Filmclubs und des Landesverbandes IGFA-Saar. Das ist nur eines der Beispiele, die zeigen, dass 9,5er recht oft bei Gründung von (allgemeinen) Filmclubs mitgeholfen haben.

Franz Schurz in Velden am Wörthersee und Josef Schuster in Wien warben in Österreich für unser Format. Schliesslich hatte die Firma «Eumig» in Wien lange Zeit beste Geräte geliefert für 9,5 mm, so die erste Kamera mit eingebautem Belichtungsmesser (Nachführprinzip), die C39.

Marcel Wagner in Luxemburg berichtet, dass unser Format auch in diesem Land vertreten sei. Dann muss noch ein Mann erwähnt werden: Kurt Hoops in Bremen. Er hatte schon früh angefangen, die auf 9,5-mm-reduzierten Spielfilme zu sammeln. So konnte er wohl die grösste Privatsammlung alter Stummfilme aufweisen, darunter so bekannte Werke wie die Fritz-Lang-Filme «Metropolis», «Nibelungen» und viele andere. Die Sammlung enthält Streifen, deren Originale im 2. Weltkrieg zerstört worden sind, so dass diese 9,5-mm-Kopien einmaligen Wert haben.

Die Zeitschrift «Neunfünf» fand später eine Nachfolge durch den «Neun-Fünf-Report» von W.H. Otte in Hildesheim.

Wie in der Schweiz und Deutschland sind auch in andern Ländern 9,5-mm-Clubs entstanden, die sich meistens in Landesorganisationen zusammenfanden. So wurde in Frankreich der «Cine-Club 9,5 de France» gegründet, in England gab es eine ähnliche Organisation. Den Kontakt vermittelten Zeitschriften wie «Cine 9,5» (F), «Middenperforatie» (NL), «Neunfünf» (D) u.a.

(Fortsetzung folgt)

Ausgabe der Zeitschrift «Neunfünf» aus dem Jahre 1976.


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