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  24.11.2003
9,5 mm – das erste Amateur-Filmformat (Teil 20)


Filmclub 9,5 Bern

Nicht nur in Zürich machen 9,5er für ihr Filmformat mobil: Im Jahre 1953 schliessen sich in Bern ein paar Amateurfilmer unter dem Namen «9,5mm-Filmgruppe Bern» zusammen. Die Chronik eines engagierten Filmclubs.

Von Ernst Wolfer

Zum 25-Jahr-Jubiläum hat der Filmclub 9,5mm Bern eine Festschrift herausgegeben, verfasst von Kurt Langenegger. Daraus seien hier einige Ereignisse notiert:

1953: Ein Dutzend Amateurfilmer schliessen sich unter dem Namen «9,5mm-Filmgruppe Bern» zusammen. Die Mitglieder sind überzeugt, punkto Preis und Leistung das günstigste Format zu besitzen. Als Obmann wird Otto Maeder bestimmt. Im Herbst findet im Rest. Kirchenfeld eine interessante Demonstration statt, wobei auch Lichtton- und Magnetton-Projektoren gezeigt werden.

1956 nehmen 8 Filmer am Gruppenfilmwettbewerb teil. 1958 nehmen 11 Filme am Wettbewerb teil, bei dem für 500 Franken Naturalgaben vergeben werden können. In der Zeitung ist zu lesen: Im sozialistischen Schweden gab es zeitweise keine Farbfilme zu kaufen, weil für solche «Scherze» keine Importbewilligung vergeben wurde. 1959 entstehen die Vereinsstatuten mit der Namensänderung in «Berner 9,5mm-Filmclub». Am 1. März findet eine Grossprojektion mit Apparateschau statt. Der Kinosaal ist mit 400 Personen voll besetzt. Viele 9,5er aus der ganzen Schweiz kreuzen auf, und auch die Leitung der Firma Ciné-Gel (9,5 Produzent) erscheint. Im Herbst findet wieder eine Grossprojektion im Kino Elite in Bern statt. Besuch von Dir. Walk von Pathé-Paris. Sechzigerjahre: Das Wachstum des Clubs hält an, 20 Eintritte, 19 Filme am Wettbewerb. Zwei Mitglieder wagen sich an die Selbstentwicklung von Ferrania-Color-Filmen. Mitgliederbestand 86. 1962: Der verbesserte Farbfilm Kodachrome II erscheint, und im Herbst gehen die «Internationalen 9,5-mm-Tage von Bern» über die Bühne. Die ersten Ränge belegten 9,5er aus Dänemark.

1964 ändern wir den Clubnamen in «Filmclub 9,5 Bern» und treten zugleich dem BSFA bei. 1965: Am «Natonalen Wettbewerb» des BSFA in Schaffhausen holen wir 1x Bronce und 1 Diplom. 1966 stellt Pathé Genf die Geschäftstätigkeit ein. Immer mehr Gesprächsstoff liefert das neue Format Super 8, mit dem im Stillen mancher liebäugelt. Um den Filmnachschub (9,5 mm) zu sichern, errichten wir eine Clubverkaufstelle und beziehen die Filme aus Frankreich, dieses Jahr waren es 7000 Meter. Mitgliederbestand 70. 1969: Die Hauptversammlung lehnt es ab, «andersformatige» Filmer aufzunehmen (das ist bis heute so geblieben). 1971 wird der «Salon Foto/Cinéma» in Paris besucht mit dem Kongress der 9,5-Filmer mit internationaler Beteiligung. Die weiteren Siebzigerjahre brachten weitere Höhepunkte mit Preisgewinnen und öffentlichen Projektionen. Mitgliederbestand und Filmabsatz blieben einigermassen konstant.

(Fortsetzung folgt)

Grossprojektion 1959 in Bern: Herr Tettamanti, Direktor Pathé Genf (links), Frau Barth, Mitinhaberin Pathé Genf und Herr Blauer, Präsident 9,5-Filmclub Bern.

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