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  03.03.2003
9,5 mm – das erste Amateur-Filmformat (Teil 15)


Rund um den 9,5-mm-Film

Die erste 9,5-mm-Zeitschrift beginnt sich in der Schweizer Amateurfilmszenen zu etablieren. Bald waren es 200 Personen, für die jeden Monat die Mitteilungsblätter «Rund um den 9,5-mm-Film» getippt, vervielfältigt, kuvertiert und adressiert werden mussten.

Von Ernst Wolfer

Sollte die Propaganda wirksam sein, dann musste die Sache natürlich in die Breite gehen. Mit je einem Inserat im «Beobachter» und im «Film-Cine-Amateur» (damals offizielles Organ des BSFA, Bund Schweizer Film-Amateurclubs), in dem ich interessierten 9,5lern ein Gratis-Filmblatt versprach, konnte ich einen Grundstock von Adressen gewinnen. Monatlich erschienen zwei engbeschriebene Blätter in A4, in denen ich mich mit oft gehörten, aber nicht zutreffenden Argumenten gegen 9,5 mm auseinandersetzte. Besonderen Wert legte ich darauf, meine Leser mit den Neuheiten des 9,5-mm-Marktes bekannt zu machen. Noch zu viele Amateure besassen alte «Filmmühlen», die weder in Aufnahme noch in der Projektion befriedigende Resultate lieferten. Sollte das Ansehen von 9,5 mm gehoben werden, waren moderne Apparate nötig.

Immer mehr Firmen kamen mit 9,5-mm-Material auf den Markt. Eine erste, keineswegs vollständige Liste von 1950 umfasste 8 Kamera-Modelle, 10 Projektoren und 11 Sorten Rohfilm. Darunter war der endlich auch in 9,5 mm erhältliche Kodachrome-Farbfilm. Eine spätere Liste weist 60 Apparate und 15 Rohfilmsorten aus. Lossau erwähnt in seinem Buch «Filmkameras» 21 Firmen, die 9,5-mm-Filmkameras herstellten, darunter bekannte Marken wie Beaulieu, Bolex, Ditmar, Eumig, Nizo, Pathé&Mac226; usw. Der Lichttonfilm (nur für Projektion) war schon vor dem Krieg 1937 verwirklicht worden. 1951 kam der Magnettonfilm auf den Markt, eine Pionierleistung von Pathé&Mac226; in Europa.

Schliesslich waren es 200 Personen, für die jeden Monat die Mitteilungsblätter «Rund um den 9,5-mm-Film» getippt, vervielfältigt, kuvertiert und adressiert werden mussten. Die Arbeit drohte, mir allmählich über den Kopf zu wachsen. Gerade im richtigen Moment kam daher die Offerte von Dr. Max Abegg, mir eine Seite im kürzlich gegründeten «Schweizer Schmalfilm» zu reservieren. Eine Urabstimmung zeigte, dass die bisherigen Bezüger des Blattes den Wechsel begrüssten. So erhielten sie unsere Nachrichten gedruckt und dazu eine Zeitschrift, die über viele andere Bereiche des Amateurfilms orientierte. (Fortsetzung folgt)
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