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  19.2.2002
Aus meiner Flimmerkiste (4)

Wer war der Erste?

Von Dr. Max Abegg

Ist der Franco-Engländer Louis Aimé Augustin Le Prince der Erfinder? Ihm wurde am 10. Januar 1888 ein britisches Patent erteilt für den Gebrauch von perforierten Gelatinefilmen zur Projektion von «lebenden Bildern». Dieser Erfinder fand ein geheimnisvolles, nie geklärtes Ende. Im August 1890 führt er mit allen seinen Apparaten, Plänen und Einzelzeichnungen über den Kanal geschäftlich nach Frankreich. In Paris demonstriert er dem Sekretär der Oper seinen Projektor, steigt am 16. Dezember 1890 in Dijon in den Zug ein und ist seither verschollen: der Erfinder selbst, mit seinem Gepäck und seinen Patentunterlagen. Alle polizeilichen Nachforschungen führten zu nichts: Ende.

Hat das grösste amerikanische Erfindergenie Thomas Alva Edison (1847–1931) die Kinematographie erfunden? Oder vielleicht die deutschen Brüder Skladanowsky mit ihrem «Bioskop»? Oder die Franzosen? Die Gebrüder Lumière aus Lyon mir ihrem «Cinématographe»? Oder gar der Italiener Filoteo Alberini, der im November 1895 ein Patent auf einen von ihm konstruierten Filmaufnahme- und Projektionsapparat erhielt? Signor Alberini eröffnete übrigens bereits 1905 das erste grössere Kinotheater in Rom und drehte ebenfalls 1905 den ersten grossen Spielfilm «La presa die Roma» (Die Eroberung von Rom). Schliesslich darf auch der Wiener Fototechniker Theodor Reich nicht vergessen werden, der 1894 einen Aufnahme- und Wiedergabeapparat mit beidseitig perforiertem Zelluloidfilm schuf, wofür er am 3. Juni 1896 ein englisches Patent erhielt.

Sapperlott - wer was der Erste? Verfolgen wir die Erfindung der Kinematographie noch ein Stück weit, dann können wir (vielleicht) auf diese Frage guten Gewissens antworten. (Fortsetzung folgt)
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