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  08.07.2006
Aus meiner Flimmerkiste (25)

Von Dr. Max Abegg

Die Super-8-Revolution bricht aus

Jedes Mal mit dem Erscheinen eines neuen Filmformates war eine Revolution im Amateurfilmwesen unvermeidlich. Und löste hitzige Debatten aus – in der Fachwelt, in der Amateurfilm-Magazinen, hauptsächlich aber unter den Filmern und Filmerinnen. Mit dem Erscheinen des Super-8-Films aber brach die Revolution aus, die einerseits Millionen von Normal-8-Filmern in den Harnisch brachte und endlich das Filmen super-einfach mit garantiert gutem Resultat machte.

Dabei begann alles eigentlich geradezu harmlos: Im April 1964 präsentierten die beiden Herren E.A. Edwards und J.S. Chandler von der Eastman Kodak Company in Rochester im Verlauf einer technischen Konferenz der «Society of Motion Pictures and Television Engineers» (amerikanische Gesellschaft für Kino- und Fernsehingenieure) Vorschläge für ein neues 8-mm-Filmformat. Den Ausführungen war zu entnehmen, dass sich das neue Format, genannt Super 8, ganz besonders für kommerzielle und industrielle Zwecke, sowie für Erziehung und Unterricht eignen würde.

Anlässlich der Foto-Kinoausstellung «Ipex» im Mai 1965 wurde dann die Katze aus dem Sack gelassen: Das von Kodak neu geschaffene Super-8-Filmformat war da und gleichzeitig waren nicht weniger als 19 Filmkameramodelle und 23 Filmprojektoren im Super-8-Format ausgestellt – und sie waren zu kaufen!

Trotz mehr oder minder strikter Geheimhaltung des neuen Schmalfilmformats in den USA, glückte es nicht, die europäischen Filmgerätehersteller gesamthaft hinters Licht zu führen. Wozu man in den Staaten ein paar Jahre Zeit hatte, das wurde in Europa innert Jahresfrist geschaffen. Vier europäische Gerätehersteller waren an der «Ipex» mit von der Partie: Bauer, Eumig, Nizo und Paillard/Bolex. Für den Herbst stand dann die «Alte Welt» im amerikanischen Geschäftsfahrplan: Kodak präsentierte den neuen (verbesserten) Kodachrome-Farbfilm in der Super-8-Kassette. Im Frühjahr 1966 setzte der erste planmässige Werbefeldzug für das neue Format ein und neue Legionen von Filmern vergrösserten die «Amateurliga».

Eine Prognose aus dem Jahre 1968 – die wahrlich kein Wagnis war: Sofern nicht alles umkrempelnde filmtechnische Neuerungen eintreten, die sich in unsrer, dem technischen Fortschritt verschriebenen Welt nie vorauskalkulieren lassen – dürfte der Super-8-Film für wenigstens ein Menschenalter lang das 8-mm-Einheitsformat der Filmamateure sein. Was im Interesse aller Beteiligten zu wünschen und zu hoffen ist!

Fortsetzung folgt!


Kodak Instamatic M4, eine der ersten S8-Kameras aus dem Jahre 1965.


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