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  17.02.2006
Aus meiner Flimmerkiste (24)

Von Dr. Max Abegg

Filmen so sicher und einfach wie noch nie

Neuerungen von 1954 – 1967
Mehr und mehr – wie nie zuvor in der Geschichte – weitete sich das Amateurfilmschaffen aus. Jahr für Jahr stiessen Millionen von neuen Filmern und Filmerinnen dazu. An dieser Entwicklung war selbstverständlich die Filmgeräte-Industrie nicht ganz unschuldig. Sie brachte beinahe Jahr für Jahr wesentliche technische Neuerungen heraus. Sie forschte, entwickelte und konstruierte. Je besser das Geschäft florierte, um so mehr konnte sich die Industrie dem Fortschritt verschreiben. Von solchen wesentlichen Neuerungen soll hier die Rede sein.

Mehr Licht, besseres Licht
1954 bringt Eumig (A) als Weltpremiere erstmals einen Projektor mit Niedervoltlampe auf den Markt. Der Eumig P 8, war mit 1,2 Millionen  verkauften Geräten der meistverkaufte Filmprojektor der Welt. Im Sommer 1957 wartet Bell & Howell (USA) mit einer 8-mm-Filmkamera mit einem sogenannten «Electric Eye» (Elektroauge) auf, deren grosse Raffinesse die vollautomatische Blendeneinstellung ist. Die Lichtmessung ist mit der Blende gekuppelt, so dass sich die Blendenöffnung automatisch den vorherrschenden Lichtverhältnissen anpassen kann. Ausserdem ist im Sucher ein Warnsystem vor Unterbelichtung eingebaut.

«So sicher war das Filmen noch nie», annoncierte Paillard im Jahre 1958 ihre neue 8mm-Lichtmesser-Taschenkamera «Bolex B8L», die einen weiteren Schritt nach vorne in der Belichtungsmessung darstellte. Sie mass das Licht erstmals durch das Ausnahmeobjektiv. Vor dem Filmen mussten einfach zwei Zeiger zur Deckung gebracht werden, und dann: abdrücken.

1960 brachte Paillard als exklusive Neuheit dem 8-mm-Filmpojektor «Bolex 18-5» auf den Markt, der ausser der normalen Projektionsgeschwindigkeit auch noch einen Zeitlupengang mit 5 Bildern pro Sekunde besass. Dadurch konnten mit der Normalfrequenz von 16 oder 18 Bilder/Sekunde aufgenommene Filme (oder Teile davon) in dreifach gedehnter Zeitlupe betrachtet werden: Zeitlupe ohne Zeitlupenaufnahme sozusagen.

In den darauf folgenden Jahren erwies sich Eumig als am entwicklungsfreudigsten und produzierte die meisten technischen Neuerungen. 1963 wird die welterste Filmkamera mit automatischer Schärfeeinstellung (Servo-Focus) vorgestellt und 1964 folgte der erste Filmprojektor mit Halogenlampe. Im gleichen Jahr erscheint als «Eumig Mark S» der erste automatische Magnetton-Filmprojektor als Weltnovität, der über Tonaussteuerungs-, Tonmisch- und Raumgeräusche-Unterdrückungs-Automatik verfügt. 1965 bringt Eumig als erstes europäisches Unternehmen ein komplettes Super-8-Programm, bestehend aus einem Stummfilm- und einem Tonfilmprojektor sowie der «Eumig Viennette» – eine Zoom-Reflexkamera mit dem ersten bedienungsfreien Einstellsystem auf den Markt. Im Jahre 1976 endlich durchbricht die Eumig-Optik die Lichtschranke und präsentiert das lichtstärkste Projektions-Zoom der Welt, das «Suprovar» mit einem Öffnungsverhältnis 1:1.

Fortsetzung folgt!


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