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  27.02.2004
Aus meiner Flimmerkiste (18)


Henny Porten: «Mutter des deutschen Films»

Von Dr. Max Abegg

Sie wurde zur grössten deutschen Filmschauspielerin ihrer Zeit und ist es bis heute geblieben. Henny Porten, am 7. Januar 1890 in Magdeburg geboren, war die Tochter des Opernsängers und Filmregisseurs Franz Porten.

Henny Porten, die «Mutter des deutschen Films, kam durch Zufall, ohne dass sie jemals Schauspielunterricht genossen oder einmal auf der Bühne gestanden hätte, zum Film. Ihr Vater war mit Oskar Messter, dem damals bekannten Hersteller von Kinoapparaten, befreundet. Sie wuchs an den ihr gestellten Aufgaben, so dass ihr schauspielerisches Repertoire schon innerhalb kurzer Zeit derart vielseitig wurde, dass sie sämtliche Rollen, von der erschütterndsten Tragödin bis zur ausgewachsenen Komikerin meisterlich darzustellen in der Lage war. Aus einer einmaligen Begabung wurde eine einmalige Künstlerin. Und sie kam bei den Massen des Kinovolkes an. Sie hat nicht nur in über 600 Filmen die Hauptrolle gespielt, sie machte im wahrsten Sinn des Wortes dem Film den Weg frei und gangbar. Der Grossteil ihrer Filme gehört heute zu den Klassikern. Henny Porten gründete auch eine eigene Filmproduktionsgesellschaft, aus der sich im Jahre 1924 die Froelich-Filmproduktion konstituierte.

1910 hatte Oskar Messter das 20-jährige Magdeburger Mädchen zum Film geholt und gab ihr ihre erste Rolle im Film «Die Blinde», der 1911 über die Leinwände ging und einen Soforterfolg darstellte. So verhalf Messter einer Darstellerin zum Durchbruch, ohne die der Stummfilm undenkbar gewesen wäre, ohne die der Film wahrscheinlich kaum einen derart begeisternden Widerhall beim Publikum gefunden, und ohne die sich auch die Kinematographie sich nie so rasch entwickelt hätte. Sie war eine Kassenmagnet. Ihre Filme, Ihre Darstellungskunst, vor allem ihre Beliebtheit unter den riesigen Zuschauermassen füllten die Kassen der Lichtspieltheater und verhalfen damit dem Film zu raschem Aufstieg. Aus Henny Porten, der Aussenseiterin, wurde der glänzende deutsche Star, von dem die Zeitgenossen schrieben: «Sie zeigte ihre unerhörte mimische Begabung in einer vitalen Ursprünglichkeit und rief als blonder Typ gegenüber der dunklen Asta Nielsen einen ausgesprochenen Starrummel hervor. Sie wurde der Abgott des kleinen Mannes und der jungen Mädchen, so wie es jenseits des Atlantiks Mary Pickford war.» Die unvergessliche Henny Porten! Sie starb 1960 in Berlin.

Auswahl ihrer Filme: «Liebesglück einer Blinden», «Anna Boleyn», «Rosen aus dem Süden», «Die Frau die jeder liebt», «Kohlhiesels Töchter», «Familie Buchholz».

Fortsetzung folgt

Henny Porten
(Bild: www.webloc.de)


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