Super8site – Das Online Fanzine für Super 8 Fans Super8site – Das Online Fanzine für Super 8 Fans


  20.01.2003
Aus meiner Flimmerkiste (11)

Oskar Messter: Schöpfer der deutschen Filmindustrie

Die Erfindungen der Brüder Lumière wirken auf andere Tüftler inspirierend: Oskar Messter, der bedeutende deutsche Filmpionier, bastelt schon bald an seinem eigenen Kinematografen und setzt in paar wichtige Erfindungen für die Filmtechnik hinzu.

Von Dr. Max Abegg

An einem Frühlingstag des Jahres 1944 wurde Oskar Messter – die grösste und universellste Persönlichkeit des deutschen Films, die es je gab – im Alter von 78 Jahren in Tegernsee (Bayern) zu Grabe getragen. Sein Andenken und sein Name leben weiter in der Oskar-Messter-Medaille, mit der verdienstvolle Personen des Films ausgezeichnet werden, und die – nach ihm – erstmals im Jahr 1929 verliehen wurde.

Die ersten dreissig Jahre der Kinematografie sind mit dem Namen Oskar Messter unlösbar verknüpft. Als er sich im Jahr 1896 erstmals dem Film zuwandte, hub auf der ganzen Welt der Übergang von den ersten Filmversuchen zur industriellen Herstellung kinematografischer Geräte und Filme an. Diese Sturm- und Drangperiode des Films bis zum Entstehen moderner Filmapparaturen, die Geburt der Filmkunst und die Gründung des UFA-Filmkonzern sind vom Wirken Oskar Messters in technischen, filmgestalterischen und filmkommerziellen Belangen durchdrungen und gekennzeichnet. Er war in allen Belangen des Film die schöpferische, wegbereitende und treibende Kraft: Oskar Messter, Begründer der deutschen Filmindustrie.

Wer war Oskar Messter?
Er wurde am 21. November 1866 in Berlin als Sohn des Inhabers einer optischen und feinmechanischen Werkstätte Eduard C. Messter geboren. Er absolvierte die Berliner Schulen, kam mit 18 Jahren als Lehrling in den väterlichen Betrieb, vervollständigte sein Wissen in Optik und Präzisionsmechanik auswärts und übernahm, kaum 26-jährig, das Geschäft seines Vaters.

Nachdem er im Februar 1896 erstmals von den «Cinématographe»-Vorführungen der Gebrüder Lumière in Paris gehört hat, sammelt er Grundlagen und beginnt sich sofort mit der Herstellung von «Kinematografen» zu beschäftigen. Er kommt schnell voran und kann schon am 15. Juli 1896 dem vermöglichen russischen Schaubudenbesitzer Rogulin seinen ersten Kinoprojektor nebst einigen Edison-Filmen für 1900 Mark ins Reich des Zaren liefern. In seinem Bestreben, die Konstruktionen von Edison und Skladanowsky zu verbessern, bringt er erstmals das vierteilige Malteserkreuz mit tangentialem Eingriff zur Anwendung. Durch die, ebenfalls erstmalige, Verwendung einer dreiteiligen Blende bringt er das Flimmern der Filmbilder zum Verschwinden.
(Fortsetzung folgt)
» Zur Übersicht