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In memoriam
Dr. Max Abegg-Graf

Am 27. August 2002 verstarb Dr. Max Abegg, wohnhaft gewesen in Glattbrugg ZH, im 85 Lebensjahr. Max Abegg hat in seinen aktiven Jahren viel geleistet für die Filmerei, so dass ein paar Worte des Gedenken sicher angebracht sind.

Im Jahr 1949 beschloss die Generalversammlung der «Vereinigung Zürcher Filmamateure» (VZFA) den Austritt aus dem «Bund Schweizerischer Film-Amateurklubs» (BSFA). Da damit auch auf das obligate Vereinsorgan «Ciné-Amateur/Filmamateur» verzichtet werden musste, wurde die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift beschlossen. Am 1. Januar 1950 erschien die Zeitschrift «Der
Schmalfilm», geriet aber bald in Schwierigkeiten. Sozusagen gezwungenermassen übernahm Max Abegg ein Jahr später die Redaktion. Da in Deutschland bereits eine gleichnamige Zeitschrift existierte (und noch existiert!) wurde der Titel in «Schweizer Schmalfilm» geändert. 1954 erschien die Zeitschrift im A-4-Format. 1959 wurde das Heft als Nachfolgerin des eingegangenen «Cine-Amateur/Filmamateur» offizielles Organ des BSFA und erscheint dreisprachig (der VZFA war wieder in den Schoss des BSFA zurückgekehrt). Die Auflage konnte laufend gesteigert werden, mehr Text, mehr Bilder - schliesslich verbreitet in über 30 Staaten Europas und Übersee. Diese gewaltige Entwicklung war das Verdienst des rührigen, vielseitgen und ideenreichen Chefredaktors Max Abegg. 1965 trat Max Abegg von diesem Amt zurück, zwei Jahre später wurde die Zeitschrift in «Film und Foto» umbenannt, was aber ihren Niedergang nicht verhindern konnte.

Max Abegg hat auch eine Reihe von Filmbüchern verfasst. Das wohl populärste hiess «Filmen- klipp und klar». Die Anweisungen für den Filmneuling in klarer, oft humorvoller Sprache sind charakteristisch für den Stil des Autors: fachlich, fundiert und dennoch leicht lesbar. So ist es nicht verwunderlich, dass die Bücher von Max Abegg eine Gesamtauflage von 826'000 erreichten, manche in fünf andere Sprachen übersetzt. So hat Max Abegg wirksam mitgeholfen, die Filmer zu motivieren, sie in ihrer Arbeit weiterzubringen. Eine solche breite Förderung des Amateurwesens war wohl nur wenigen vergönnt, hier soll Filmfreund Max Abegg nochmals dafür gedankt werden.

1968 verfasste Max Abegg im Auftrag eines Verlags ein Buch über die Geschichte des Kinofilms. Doch der Verlag entschied sich letztlich, das Werk nicht zu veröffentlichen. So dämmerte das Manuskript in einer Schublade dahin. Durch einen glücklichen Zufall wurde ich auf das Werk aufmerksam und bat Max Abegg, es mir für eine Veröffentlichung in der Homepage «super8site.com» zu überlassen. Am 7.Mai 2001 übersandte er mir das Manuskript, die dazugehörenden Bilder waren leider unauffindbar. Nun wird der Text laufend auf der Homepage reproduziert unter dem Titel «Aus meiner Flimmerkiste». Und wer einmal mit dem Lesen angefangen hat, den wird der typische abeggschen Schreibstil nicht mehr loslassen: Fundiert recherchiert, verblüffende Detailkenntnisse und unterhaltsam geschrieben.

Wädenswil, 29. 8.02, Ernst Wolfer
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