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Das kleine Super-8-Museum

Das waren doch noch Zeiten: als Vati mit der Super 8-Kamera die ganze Familie beim Sonntagsausflug filmte.
Eumig aus Österreich, Bolex aus der Schweiz, Beaulieu aus Frankreich, NIZO Braun und Bauer aus Deutschland und Sankio aus Japan hiessen damals die gängigsten Hersteller Super 8-Equipements für das Heimkino.
In unserem kleinen virtuellen Super 8-Museum präsentieren wir Euch Highlights aus der rund 35-Jährigen Geschichte von Super 8.

 

Achtung Super-8 von Max Hänsli
Max Hänsli ist auch heute noch einer der aktivsten Amateurfilmer in der Schweiz. Nachdem 1965 die Super 8-Technologie in Amerika lanciert wurde, war Max Hänsli einer der ersten Amateurfilmer in der Schweiz, der mit Super 8 filmte. In den Siebzigerjahren wurde er vielen durch seine Sendung "Achtung Super-8 bekannt, die erstmals im Jahre 1976/77 im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurde. In dieser Sendung gab Max Hänsli Tipps und Ratschläge rund um das Filmen mit Super 8, und sie war damals einer der beliebtesten und meistgesehenen des Schweizer Fernsehens überhaupt. Die Bitte vieler Zuschauer bewog Max Hänsli das gleichnamige Buch zur Sendung zu schreiben. Das Buch war ebenfalls sehr praxisbezogen und erschien erstmals 1978.

Kodak
Kodak ist die Erfinderin des Super 8-Filmformates, das sie 1965 zusammen mit den Kameras M2 und M4 herausbrachte. Das neue 8-mm-Format wurde in den darauffolgenden Jahren sehr schnell zum Liebling der sogenannten Schmalfilmer und verdrängte das bisherige weitverbreitete Normal-8-Filmformat. Die M4 war eine einfache Box, die ausser dem Auslöser keine weiteren Funktionen besass, und da der Film als Kassette einfach eingelegt werden konnte, auch sehr bedienungsfreundlich. Mit etwas Glück findet sich auch heute noch eine funktionstüchtige M4 auf einem Flohmarkt oder in einem Brockenhaus.
Den Kodachrome-40-Film, den Kodak 1965 als erster Super 8-Film herausbrachte, ist auch heute noch erhältlich.

NIZO Braun Film-Kameras
Der deutsche Hersteller NIZO Braun brachte in den Siebzigerjahren eine Serie von Modellen sehr populärer Super 8-Kameras heraus. Als eine der teuersten, bestausgerüstetsten und zweifelslos auch schönsten Kameras galt damals die legendäre NIZO S 800. Für das typische Design der NIZO-Kameras mit dem klassischen, eleganten Silber-Alu-Gehäuse waren die Entwickler Robert Oberheim, Dieter Rams und Hans Gugelot verantwortlich. Die breite Video-Offensive aus Japan sowie der Verkauf des Mutterhauses Braun besiegelte Anfang der Achzigerjahre das Schicksal des Traditionsunternehmens, das ursprünglich einmal Niezoldi & Krämer hiess und 1927 in München gegründet wurde.

Bolex
Super 8 mit Schweizer Qualität: Die Schweizer Herstellerin Bolex in Yverdon am Neuenburgersee stellte von 1965 bis Ende Siebzigerjahre qualitativ hochstehendes Equipement für Super 8 her. Markant waren die Kameramodelle Bolex 150, Bolex 155 und die Bolex 160 Macrozoom. Die Bolex 150 war ursprünglich noch als Normal-8-mm-Kamera konzipiert, wurde dann aber im Zeichen des schnell aufkommenden Super 8 in eine Super 8-Kamera umfunktioniert. Eine weitere geniale Konstruktion aus dem Hause Bolex war der Projektor Bolex Multimatic. Durch einen ausgeklügelten vollmechanischen Vorgang konnte das Modell mehrere 15m Super 8-Filmspulen nacheinander abspielen.
Bolex stellt heute noch hauptsächlich 16-mm-Kameras her.

Beaulieu
Beaulieu-Kameras galten neben den NIZOs als die Mercedes unter den Super 8-Kameras. Der grosse Vorzug einer Beaulieu war, dass der Sucher nach dem Prinzip einer Spiegelreflexkamera funktionierte, was eine bessere Bildqualität und Kontrolle über das Licht ermöglichte.
Neben der Beaulieu 5008-S war besonders das Modell 4008ZM4 auch unter Profis sehr beliebt.

Bauer
Die Bosch-Tochter Bauer in Deutschland stellte neben Kameras und Film-Schneidegeräten vor allem sehr gute Super 8-Projektoren her. Ende der Siebzigerjahre brachten sie den T-525-Microcomputer und den T-610-Projektor auf den Markt, zwei absolute Delux-Modelle. Nicht nur waren beide lichtstark, mit guter Obtik versehen und sehr geräuscharm: sondern mit dem integrierten Microcomputer konnte die Filmvertonung bildgenau einprogrammiert werden. Die beiden Modelle gehöhren heute zu den meistgesuchtesten unter den Super-8-Projektoren überhaupt.

Super 8-Schmalfilm-Verleiher
Lange bevor irgendjemand um die Bedeutung des Wortes Videothek wusste, gab es eine ganze Reige von Verleihern für Spielfilme im Super 8-Format für das Heimkino.
Zwei namhafte Schmalfilm-Verleiher auf dem Platz Zürich waren Suwisag und die Schmalfilm AG, die auch heute noch an der Badernerstrasse in Zürich Super 8-Projektoren und-Kameras verkauft. UfA, Piccolo und Marketing hiessen damals die grossen Namen aus Deutschland für die Herstellung von Spielfilmen im Super 8-Format.
Natürlich hatten die Schmalfilm-Verleiher Anfang der Achzigerjahren gegen die aufkommenden Videotheken nicht die geringste Chance. Trotzdem gibt es auch heute noch einen Hersteller für Super 8-Kopien grosser Spielfilme: das internationale Unternehmen Derann bei Birmingham.

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The History of Super 8
Im Mai 1965 kam eine revolutionäre Weiterentwicklung im Schmalfilmbereich auf den Markt: Super 8



Vati mit der Super-8-Kamera Anno 1976.




Filmkameras: Das internationale Standardwerk von Jürgen Lossau. Ein Buch mit Katalogteil über sämtliche Modelle in den Formaten 16mm, 9,5mm, 8mm, Single-8, Super-8 und Doppel-Super-8.




Cut: Ein Bildband über das Design von Klebpressen.
Filmenden anschleifen, Kitt auftragen, zusammendrücken – fertig. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden auf diese Weise Schmalfilme geschnitten und geklebt. Autor Jürgen Lossau hat 120 Klebepressen, gebaut zwischen 1925 und 1981, zu kleinen Designwunder erklärt und ihnen ein Buch gewidmet.