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  22.10.2001
Anleitung Schwarzweiss-Super-8-Filme selbstentwickeln

Step by Step – Filmentwicklung im UPB-1A-Lomo-Tank

Der UPB-1A-Lomo-Tank ist ein lichtdichter Filmentwicklungstank, der eigens für die Entwicklung von Super-8- und 16-mm-Filmen (15 m) konstruiert wurde. Hergestellt wurde der Tank aus schwarzem Barkelit bis ca. 1985 in der ehemaligen Sowjetunion. Mit etwas Geschick und Übung lässt sich dieser Filmentwicklungstank leicht handhaben wobei sein grossen Vorteil darin besteht, dass der Film ohne zusätzliche Vorrichtung in die Filmspule gewunden werden kann.

Die Spulen-Konstuktion ist für folgende Filmentwicklungen vorgesehen:
  • 1 Role Super 8 oder
  • 1 Rolle 16-mm-Film oder
  • 2 Rollen Super-8-Film oder
  • 1 Rolle Super-8- zusammen mit 1 Rolle 16-mm-Film



Die Einzelteile und technische Daten des Tanks

Der Tank besteht aus:

  • Tankkammer mit einem Schlauchanschluss am Boden
  • lichtdichter Deckel
  • untere Filmspirale mit zentriertem Gewinde
  • mittlere Filmspirale ohne zentrieres Gewinde
  • oberer Speichenflansch
  • 2 durchsichtige Abstandringe mit Gewinde
  • 1 schwarzer Abstandring
  • unterer Befestigungsschaft
  • oberer Befestigungsschaft mit Einfüllstutzen für die Lösungen
Tankdurchmesser 23 cm
Spulendurchmesser 21,5 cm; es kann ein 15 m langer Film eingespult werden
Fassungsvermögen der Tank fasst insgesammt knapp 1,8 Liter Lösung, davon werden benötigt:
1 Liter für 1 Rolle Super-8- oder 16-mm-Film
1,4 Liter für 2 Rollen Super-8-Film
1,6 Liter für 1 Rolle Super-8- und eine Rolle 16-mm-Film


I Laden des Films in die Spiralspulen

Das Einspulen des Films in die Spiralspulen ist der schwierigste Teil in der Handhabung mit dem Filmentwicklungstank. Am besten ist es, wenn man diesen Schritt zuerst ein paar Mal «im Trockenen» übt, bevor man Hand an belichteten Filmen anlegt. Wichtig dabei ist, dass man sich in den Arbeitsschritten genau festlegt, weil man diesen Teil dann bei völliger Dunkelheit beherrschen muss. Das ist etwas tricky, aber mit Übung lässt sich der Lomo-Tank innerhalb weniger Minuten laden.

Laden des Tanks mit 1 Rolle Super-8-Film: Hierfür müssen die einzelnen Elemente folgendermassen zusammengeschraubt werden: Zuerst kommt die untere Spiralspule (mit zentriertem Gewinde) gefolgt vom oberen Flansch mit den Speichen, wobei der Teil mit Gewinde oben sein muss. Nun kommt der schwarze Abstandring mit dem kleineren Durchmesser unten in die Mitte des oberen Flansches. Danach werden die beiden Elemente zuerst mit dem unteren und dann mit dem oberen Befestigungsschaft zusammengeschraubt.

Der Film kann dann auf verschiedene Arten in die Spiralspule eingefädelt werden, beschrieden ist hier die einfachste Variante:
Als erstes wird der Super-8-Film aus der Filmkassette herausgenommen und auf eine herkömmliche Filmspulen aufgespult (nur bei völliger Dunkelheit).
Der Film wird dann vom Zenrtum der Spiralspule nach aussen eingewunden. Am einfachsten geht das Einfädeln des Film, wenn der obere Flansch noch nicht festgeschraubt ist. Der Film kann so an den Schlitzen in der Mitte befestigt werden. Danach wird der Film weg vom Zentrum der Spule flach nach links gekippte, und die Spule wird eine halbe Drehung im Uhrzeigersinn gedreht. Nun können der obere Flansch und die übrigen Elemente festgeschraubt werden. Die Spule wird immer im Uhrzeigersinn geladen, wobei die lichtempfindliche Filmemulsion nach aussen zeigen muss. Nun kann die Spiralspule mit der rechten Hand langsam im Uhrzeigersinn gedreht werden, während man den Film mit einem 45º -Winkel nach links sachte durch Zeigefinger und Daumen der linken Hand gleiten lässt (am besten man trägt hierfür einen Baumwollhandschuh). Wenn der Film am Ende angelangt ist, sollte dieser mit einem Stück Klebeband an der Spule fixiert werden.

Weiter Spulen-Setups
2 Rollen Super-8-Film: Am Boden der unteren Spiralspule (mit zentriertem Gewinde) wird ein durchsichtiger Abstandring festgeschraubt. Danach kommt die mittlere Spiralspule, wobei die Rillen nach oben zeigen müssen, gefolgt vom Speichenflansch mit dem Gewindeteil nach oben. Die drei Komponenten werden dann mit dem unteren und oberen Befestigungsschaft zusammen geschraubt.
1 Rolle 16-mm- oder Doppel-8-Film: Zuerst kommt die untere Spiralspule (mit zentriertem Gewinde) gefolgt vom oberen Flansch mit den Speichen, wobei der Teil mit Gewinde unten sein muss. Nun kommt der schwarze Abstandring mit dem kleineren Durchmesser unten in die Mitte des oberen Flansches. Danach werden die beiden Elemente zuerst mit dem unteren und dann mit dem oberen Befestigungsschaft zusammengeschraubt.
1 Rolle 16-mm- und 1 Rolle Super-8-Film: Am Boden der unteren Spiralspule (mit zentriertem Gewinde) wird ein durchsichtiger Abstandring festgeschraubt. Danach kommt die mittlere Spiralspule, wobei die Rillen nach oben zeigen müssen, gefolgt vom Speichenflansch mit dem Gewindeteil nach unten. Die drei Komponenten werden dann mit dem unteren und oberen Befestigungsschaft zusammen geschraubt.


II Das Filmentwickeln im Lomo-Tank

Ist der Lomo-Tank mit dem Film geladen, können alle weiteren Arbeitsschritte bei Licht geschehen. Der Tank ist so konstruiert, dass die Lösungen durch den Einfüllstutzen oben eingefüllt und durch den Schlauch am Boden wieder abgelassen werden. Das Einfüllen und Ablassen der Lösungen nimmt aber stets einige Sekunden in Anspruch, was die Kontrolle über die Filmentwicklung einschränkt. Eine viel bessere Kontrolle über den Entwicklungsprozess erreicht man, wenn die Lösungen nicht über den Film gegossen werden, sondern wenn der Film in die Lösung eingetaucht wird. Sobald man im Umgang mit den Filmentwickeln etwas Erfahrung gewonnen hat, empfiehlt sich folgendes Vorgehen.

1. Alle Bäder werden in der richtigen Temperatur bereitgestellt sowie ein Uhr für das Fotolabor.

2. Bei Dunkelheit wird der Tank geöffnet und die Filmspulen mit Vorsicht beiseite gelegt.

3. Nun wird die Tankkammer mit dem ersten Bad, dem Vorwässern, gefüllt (Reihenfolge der Bäder siehe Filmentwicklung). Danach wird der Filmspulensatz vorsichtig in das Wasser getaucht, wobei die Spule langsam im Uhrzeigersinn gedreht wird. Zu Beginn empfiehlt es sich, die Filmspulen vorsichtig ein paar Mal gegen den Boden zu klopfen (Luftblasen). Das Vorwässern dauert ca. eine Minute. Danach wird die Filmspule wieder aus dem Wasser gehoben und beiseite gelegt und das Wasser aus dem Tank geleert. Alle diese Schritte müssen bei absoluter Dunkelheit geschehen. Wer sich neu orientieren möchte, kann dann die Filmspulen in den Tank legen und das Licht einschalten, sobald der lichtdichte Deckel verschlossen ist.

4. Nun folgt die Erstentwicklung. Bei Dunkelheit wird der Tank erneut geöffnet und die Filmspulen beiseite gelegt. Die Tankkammer wird vorsichtig mit der ersten Lösung gefüllt. Es empfiehlt sich, den Filmspulensatz stehts ca. 10 Sek. vor der eigentlichen Entwicklungszeit in die Lösung einzutauchen und ihn vorsichtig ein paar Mal gegen den Boden zu klopfen (Luftblasen). Danach wird der Filmspulensatz in der Lösung langsam im Uhrzeigersinn gedreht. Nun kann der Tank wieder mit dem lichtdichten Deckel geschlossen und das Licht eingeschaltet werden.

5. Während des Entwicklungsprozeses wird nun der Filmspulensatz alle 30 Sekunden langsam für fünf Sekunden im Uhrzeigersinn gedreht. Wichtig ist, dass der Filmspulensatz in der Lösung nicht permanent oder zu stark in Bewegung ist. Dies könnte dazu führen, dass der Film ungleichmässig entwickelt wird.

6. Nähert sich das Ende eines Entwicklungsbades, sollte genügend Zeit genommen werden, die Lösung wieder aus dem Tank zu lassen. Dies kann durch den Schlauch am Boden des Tankes geschehen, was einige Sekunden in Anspruch nimmt, oder als schnelle Variante, indem man das Licht ausschaltet, den Filmspulensatz aus der Lösung hebt und in einen Wässerungsbehälter gibt und danach den Tank entleert. Zu beachten ist, dass der Filmspulensatz mit dem Film bis zur Zweitbelichtung nicht dem Licht ausgesetzt werden darf. Bevor das Licht eingeschaltet wird, sollte man sich zuerst versichern, dass sich der Spulensatz im lichtdichten Tank befindet.

7. Das genaue Einhalten der Zeit ist vor allem für die Erstentwicklung des Filmes von Bedeutung, weil hier der Blendenwert gesteuert wird. Die Zweitentwicklung des Films kann dann auch bei Licht geschehen.


III Das Trocknen des Films

Nach dem Schlusswässern wird der Film am besten noch in ein Netzbad getaucht (ca. eine Minute). Wie dann der Film am besten getrocknet wird, ist eine Philosophie für sich. Grundsätzlich kann der Film auch im Filmspulensatz selbst getrocknet werden. Dies nimmt jedoch einige Stunden in Anspruch, und es ist wichtig, dass vorher möglichst viel Feuchtigkeit aus dem Filmspulensatz geschüttelt wird. Zusätzlich kann auch einen Filmschnelltrockner (meist auf Alkoholbasis) verwendet werden.
Der Film wird nach ähnlicher Methode aus den Spiralspulen herausgenommen, wie er eingewunden wurde, indem man ihn langsam und vorsichtig mit einem 45º- oder 90º-Winkel aus der Spule herausrollt. Der Film sollte dann gleich auf eine Super-8-Auffangspule aufgerollt werden. Zu beachte ist auch, dass sich der Film am Schuss in der richtigen Position auf der Filmspule befindet. Zum Schluss muss der Anfang des Filmes wie folgt auf der Spule sein: Die matte Seite (Emulsion) nach aussen, Bilder auf dem Kopf. Beim Einlassen des Films in den Projektor ist die Perforation links, von vorne betrachtet.



Der UPB-1A-Lomo-Tank.
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Einwinden des Films in die Spiralspule.
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Erste Entwicklung.
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Der Film nach dem Klärbad.
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