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  10.10.2011

Neuer Standort für die Kinemathek Lichtspiel

Das Lichtspiel in Bern steht vor einem Neubeginn: Die Kinemathek mit seinen antiken Kino-Apparaturen verlässt die ehemalige Rösterei der Chocolat Tobler. Ziemlich sicher muss die Liegenschaft auf dem Areal der Berner Kehricht­verbrennungs­anlage einem Neubau weichen. Im Frühjahr 2012 bezieht das Lichtspiel seinen neuen Standort, Räumlichkeiten in einem alten Fabrikgebäude neben dem Berner Kulturzentrum Dampfzentrale. «Wir stehen dem Umzug positiv gegenüber. Das Lichtspiel sieht am neuen Ort anders aus. Es stehen uns dafür wieder rund 1000 Quadratmeter zu Verfügung, und die wollen wir wieder im Stil eines Schaulagers einrichten» sagt der Geschäftsführer David Landolf. Ob sämtliche Geräte – so etwa alle alten 35-mm-Projektoren – gezügelt werden können ist derzeit noch offen. Landolf bezeichnet die Zügelaktion als Work-in-Progress-Projekt: «Es wird bis in den Dezember dauern, bis wir alles aussortiert und an den neuen Ort gebracht haben.» Am 16. März 2012 will das Lichtspiel mit einem Filmabend im Rahmen der Berner Museumsnacht seine neue Bleibe offiziell einweihen.

Celluloid statt Kakaobohnen
Das Lichtspiel ist stark mit seinem jetzigen Standort in der Tobler-Rösterei verbunden. Dort wo einst Kakaobohnen geröstet wurden, begann der Kinotechniker Walter Ritschard später Kino-Projektoren einzulagern, die er in ganz Europa zusammengekauft hatte. Nach Ritschards Tod im Jahre 1998 gründeten engagierte Kinoliebhaber den Lichtspiel-Verein. Ziel war es, die kinematographischen Schätze in Form eines Museums der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Herzstück der riesigen Sammlung ist das Kino, welches sich zwischen Projektoren-galerie, Visionierungs-tischen, Ersatzteil-lager und einer Werkstatt befindet. Jeden Sonntag gibt es einen Kino-Abend mit erlesenen Perlen aus der Film-Sammlung. Ohne diese Initiative wäre diese einmalige Sammlung wohl auf dem Schrottplatz gelandet. Für sein Wirken erhielt das Lichtspiel im August 2011 den mit 100'000 Franken dotierten Kulturpreis der Burgergemeinde Bern.

Neues Berner Filmhaus
Gross ist das Bedauern über den Wegzug von der Tobler-Rösterei nicht. Der neue Standort ist interessant, weil in den kommenden Jahren in der alten Fabrik das Berner Filmhaus entstehen soll. «Das Haus ist als Zentrum für Filmproduktion, -vermittlung und -archivierung geplant. Der Wegzug ist für uns eine Chance. Am neuen Ort kann viel Neues entstehen» so David Landolf. Bis die ersten Projektoren und Filmrollen an den neuen Ort abtransportiert werden, will sich das Lichtspiel noch mit einigen Spezial-Film-Abenden würdig von seiner Geburtstätte verabschieden. (BJ)



Für David Landolf (M.) und sein Lichtspiel-Team heisst es im kommenden März Zügelkisten packen.