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  20.07.2009

Kodak takes the Kodachrome away

Kodak Eastman stellt die Produktion des legendären Diafilms definitiv ein. Das Labor Dwayne’s Photo bietet den Entwicklungsservice noch bis Ende 2010 an.

Von Beatrice Jäggi
Riesengross war die Empörung, als vor bald drei Jahren Kodak in Lausanne das weltweit allerletzte Kodachrome Super-8-Entwicklungslabor schloss. Ein Leben ohne die Film-Kassette aus der typisch gelb/roten Schachtel, die man dann im gelben Beutel ins Labor sandte, war für viele in der Super-8-Szene unvorstellbar. Immerhin bemühte sich Kodak damals, der entrüsteten Gemeinde mit dem 64T einen Ersatz zu Verfügung zu stellen. Dieser Film hat mittlerweile eine breite Akzeptanz bei den Super-8-Filmern gefunden.

Mit dem Kodachrome verschwindet nicht irgend ein analoger Film von der Bildfläche. Der Kodachrome ist eine «Produkt-Ikone». Im Jahre 1935 war er der erste Farbfilm, der sich auf dem Markt erfolgreich etablieren konnte. Der Kodachrome wurde zum beliebten Arbeitsmaterial, gleichwohl für Hobby- wie Profi-Fotografen. Einige der bekanntesten Fotografien der Geschichte wurden auf Kodachrome gebannt. Im Laufe seiner Jahrzehnte langen Erfolgsgeschichte entwickelte Kodak das Material mehrmals weiter. Phänomenal sind seine Schärfte aber auch die sehr hohe Beständigkeit der Farben. Der Kodachrome ist in Wirklichkeit ein Schwarzweiss-Film, der in einem speziellen Entwicklungsverfahren eingefärbt wird.

Doch damit ist jetzt definitiv Schluss. Nach 74 Jahren nimmt Kodak den Kodachrome aus dem Produkte-Portfolio. Leicht sei diese Entscheidung nicht gefallen, wie in der Medienmitteilung vom 22. Juni von Kodak Stuttgart zu lesen war. Zur sehr schrumpften die Verkaufzahlen in den letzten Jahre zusammen. Aber auch der Erfolg moderner analoger Filme sowie der sehr aufwändige Verarbeitungsprozess im Labor, hätten das definitive Ende des Kodachrome besiegelt. Zuletzt gab es ihn neben 16-mm noch als 35-mm-Kleinbild-Fotofilm. Kodak rechnet damit, dass die Vorräte an Filmen noch bis diesen Herbst ausreichen werden. Das Labor Dwayne’s Photo in den USA bietet den Entwicklungsservice noch bis Ende 2010 an. Was bleibt sind die vielen Lichtbilder und Filmröllchen mit jenen lebendigen Erinnerungen, die sogar Paul Simon in seinem Ohrwurm «Don’t Take My Kodachrome Away» besang.

Kodachrome Tribute
Um die Geschichte des Kodachrome-Films zu würdigen, hat Kodak eine Tribute-Webseite eingerichtet. Hier sind Fotos der bekanntesten Fotografen zu sehen, die mit dem Film arbeiteten – Steve McCurry, Eric Mola und Peter Guttman. Hier findet sich auch die berühmte Aufnahme des afghanischen Mädchens, das McCurry 1985 in einem Flüchtlingslager aufgenommen hatte und auf dem Cover des «National Geographic» um die Welt ging.
www.kodak.com/go/kodachrometribute

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