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  09.03.2010

Dresdner schmalfilmtage starten erfolgreich in die neue Dekade

Das sympathische Festival für den 8- und 16-mm-Film verzeichnete rund 800 Besucher bei seiner elften Ausgabe. Zu den Höhepunkten gehörten die Pariser Found-Footage Künstler «ETNA» oder die Trashfilm-Legende Wenzel Storch.

Von Beatrice Jäggi
Vom 21. bis 23. Januar 2010 verwandelte sich die Motorenhalle des Kulturzentrums riesa efau wieder in ein Eldorado für Schmalfilm-Liebhaber mit Filmprogrammen, Installationen, Musik und Spiel. Mit rund 800 Besuchern während drei Festivaltagen ist das Interesse an diesem aussergewöhnlichen Anlass ungebrochen.

120 Einsendungen für internationaler Wettbewerb
Kernstück der dresdner schmalfilmtage ist unbestritten der internationale Wettbewerb für 8- und 16-mm Filme. Rund 120 Einsendungen aus aller Welt gingen für diese Ausgabe im Festivalbüro ein. «Das klingt aufs erst nicht nach viel, für ein Schmalfilmfestival ist diese Anzahl jedoch beachtlich» äusserte sich Mitorganisator Michael Grunert über die diesjährige Beteiligung. Viele der Beiträge sind heute jedoch Mischproduktionen aus Super-8- und digital gedrehten Filmen. Von der ursprünglichen Idee, alle Filme strikt nur als Super-8- oder 16-mm-Film zu projizieren, hat sich die Festivalleitung längst verabschiedet. «Wir wollen aber, wenn irgendwie möglich, einen Drittel der Filme als analoge Filmstreifen projizieren» so Grunert. In diesem Jahr schafften es schliesslich 15 Filme ins Wettbewerbs-Programm.

Einer der prominentesten Gästen am Festival war die Trashfilm-Legende Wenzel Storch. In Dresden präsentierte er nicht nur seine auf Super 8 gedrehte Hippie-Parodie «Sommer der Liebe», sondern er kürte als Mitglied der Jury (neben Sylvia Fredriksson und Andreas Heidenreich) auch den Sieger des internationalen Wettbewerbs. Den Jurypreis gewann die Vorjahressiegerin Dagie Brundert. Die Berliner Filmermacherin überzeugte die Jury mit ihrem Film «Nightlight». Den Publikumspreis gewann der Film «The flasher» des Briten Magnus Irvin. Die traurige Geschichte eines Mannes, der versehentlich den Zorn eines gelben Blinklichts am Zebrastreifen zu spüren bekommt, weil er dessen Baby tötete. «Offenbach hat viel zu bieten» wurde vom begeisterten Publikum auf den zweiten Rang gewählt.

Neues Wettbewerbs-Programm
Neben dem internationalen Wettbewerb feierte das Festival 2010 die Premiere eines neuen Wettbewerb-Programms um die beste Livevertonung von Found-Footage-Filmen. In zehn Filmminuten einem echten Klassiker das Herz rausreißen, das muss man erst einmal hinbekommen. Und da dies gleich zwei Soundkünstler besonders gelungen war, entschied sich die Jury (Valentin Steinhäuser, Fivos Maniatakos, Peter Andreas) für zwei Gewinner: Tobias Herzz-Halbauer mit der Vertonung von «Battle in outa space» und Nikolaus Woernle, der «Mighty Joe Joung» vertonte. Die neue Zusammenarbeit auf lokaler Ebene mit dem friedrichstadtZentral e.V. eröffnete und beschloss die diesjährigen dresdner schmalfilmtage. Mit Spiel und Musik feierten die begeisterten Filmanhänger ihr Festival zum elften Mal.

Es ist gut zu wissen, dass die dresdner Schmalfilmtage erfolgreich in die neue Dekade gestartet sind. Der Termin für die zwölfte Ausgabe steht: Das charmante Festival wird vom 20. bis 22. Januar 2011 aufs Neue die Perlen des Schmalfilms zwischen Experimentalkunst, Heimkino und Trash in der Motorenhalle des riesa efau zeigen. Informationen: www.schmalfilmtage.de



Highlight des Fesivals: Der Live-Vertonungs-Wettbewerb.


Live-Vertoner in Aktion.


Gut besucht: Die 11. dredner schmalfilmtage.