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28.08.2006

Filmpioniere Teil 9

Walter Malacarne (1923-1990): Begeisterter 9,5-mm-Filmer und -Bastler

Bei einem Trödler an der Langstrasse kaufte ich ca. 1945 einen Pathé-Baby-Projektor, mit dem man 9,5-mm-Filme projizieren konnte. Das weckte in mir den Wunsch auch selber Filme zu drehen. So erwarb ich eine Pathé Motokamera, ein Vorläufermodell der Pathé Motokamera H. Das Merkmahl war ein kleiner Hebel, der für die Aufnahmen umgelegt werden musste. Gefilmt habe ich auf Ferrania-Material, späte auch mit Pathé Schwarzweissfilm.

Wir wohnten in der Nähe der «Krone» in Zürich Unterstrass. Ich wusste, dass es dort einen Filmclub gab. So kam ich 1947 in den AFZ. Dort lernte ich Martin Möckli kennen, der sich sehr für 9,5mm einsetzte.

Später schaffte ich die Eumig-C9 Kamera an, die bereits einen eingebauten Belichtungsmesser hatte. Da nur ein festes Objektiv vorhanden war, bastelte ich selber einen Weitwinkel- und einen Televorsatz.

Walter Leopold, der Begründer und erste Präsident des 9,5-mm-Clubs, wollte mich immer zur Anschaffung einer Webo-M-Kamera überreden, aber das blieb nur ein Traum. Im Verhältnis zum Einkommen kostete dieses Kamera etwa soviel wie die Hälfte eines Autos (zu heutigen Preisen umgerechnet).

Den Ferrania-9,5-mm-Film gab es nur in Röllchen, die ich dann im verdunkelten Badezimmer bei Rotlicht selber in die Kassetten füllte. Aber der entwickelte Film hatte immer ein Grauschleier. Schliesslich erfuhr ich, dass das Umfüllen in völliger Dunkelheit zu geschehen habe, was sich dann als eine recht mühsame Fingerspitzentasterei erwies. Als ich dann den Pathé Genf kennen lernte, konnte ich mit Pathé-Panchro schwarzweiss 16 DIN gefüllte Kassetten beziehen.

Etwa 1962 sah ich im Schaufenster von Foto Schaffner am Limmatquai in Zürich einen Hinweis zu 9,5 mm. Ich betrat das Geschäft und wurde von den Herren Schaffner und Scherer bestens orientiert. Sie wiesen mich auch auf den seit 1960 existierenden 9,5-Filmclub hin, dem ich dann beitrat. Schon nach kurzer Zeit landete ich dort im Vorstand. Als Super 8 auf den Markt kam und die Filmerei mit 9,5 mm immer komplizierter wurde, wechselte ich 1966 auf Super 8 und kaufte eine Nizo-Kamera.

(Aus einem Interview, 1989)

Fortsetzung folgt

Walter Malacarne mit seiner NIzo.

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