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03.08.2010

Filmpioniere Teil 17

Max Hänsli: Der Promi unter den Amateurfilmern (geb.1933)

Max Hänsli war weltweit einer der ersten Amateurfilmer, der mit Super 8 filmte. Ende der 70er-Jahre erklärte er dem TV-Publikum in der Sendereihe «Achtung Super 8!» wie man gute Filme dreht.

«Ich war ja vermutlich der Erste auf der ganzen Welt, der mit Super 8 filmte ... ganz sicher der Erste in Europa.» Max Hänsli gibt schon zu beginn des Telefoninterviews zu verstehen, dass man hier mit einem echten Filmpionier spricht. In der Tat ist Max Hänsli seit gut sechs Jahrzehnten ein vielseitig engagierter Amateurfilmer. Ganze 15 Jahre präsidierte er den Weltverband der Amateurfilmer. Das hohe Amt gab der heute 77-Jährige im vergangnen Jahr ab. Zuvor war er viele Jahre Präsident des Bundes Schweizer Film-Amateurclubs BSFA, der sich heute Swiss Movie nennt. Zurzeit engagiert er sich für den internationalen Wettbewerb «UNICA 2010», der vom 28. August bis zum 4. September in Einsiedeln statt findet. Neben Allem findet er immer wieder Zeit Filme zu drehen.

Wie Super 8 den Weg von Amerika nach Europa fand
Im Herbst 1964 erhielt Max Hänsli bedeutungsvolle Post aus Amerika. Im Paket befanden sich eine Super-8-Filmkassette und eine Kamera. Der Fachautor Dr. Max Abegg, der zu jener Zeit Werbebeauftragter der Firma Eumig war, sendete ihm die Ausrüstung, nachdem er an einem internationalen Fotokongress in New York Zeuge der weltersten Präsentation von Super 8 geworden war.
«Von Super 8 wusste damals die Welt noch nichts und den Film musste ich nach der Belichtung wieder nach Amerika ins Entwicklungslabor senden» so Hänsli. Im Zunfthaus zur Schmiede in Zürich organisierte er die erste schweizweite Super-8-Projektion mit der Testrolle des neuen Amateurfilmformats, das punto Bildqualität und Bedienungsfreundlichkeit neue Massstäbe setzte.

Im Mai 1965 kam Super 8 definitiv auf den Heimkinomarkt und wurde schnell zum Lieblingskind der Amateurfilmer und mobilisierte auch neue Massen an Filmern. «Mit Super 8 brach für den Amateurfilm ein neues Zeitalter an. Die Flimclubs bekamen von allen Seite Zuwachs» erinnert sich Hänsli. In den folgenden Jahren versechsfachte sich der Mitgliederbestand der Zürcher Film-Amateur-Vereinigung VZFA, die Hänsli über Jahre präsidierte, von 120 auf gut 600 aktive Filmer. Dieser Trend blieb auch dem Deutschschweizer Fernsehen nicht verborgen. 1976 entstand dort die Idee für eine Sendereihe mit Infos und Tipps aus der Praxis für Super-8-Filmer. Schliesslich produzierte das Fernsehen in Zusammenarbeit mit Hänsli die 24-teilige Serie «Achtung Super-8!» Max Hänsli erklärte darin dem TV-Publikum auf einfache und verständliche Weise wann eine Überblendung angebracht ist oder wie dem Film ein fliessender Schnitt verpasst wird. Das Publikum liebte Hänslis Belehrungen so sehr, dass dieser 1978 das gleichnamige Buch zur Serie schrieb.

Erster Film mit versteckter Kamera
Wie viele Amateurfilmer war Max Hänsli ein Familien- und Ferienfilmer. Mit seiner Frau und den drei Kindern als Darsteller produzierte er im Jahr mehrere Filme in denen er auch immer eine Geschichte zu erzählen hatte. Nicht lange überlegen muss Hänsli, wenn man ihn nach seinem Lieblingsfilm fragt. 1961 drehte er in Zürich den wohl ersten Film mit versteckter Kamera – lange bevor TV-Unterhalter Kurt Felix dieses Format in Amerika abgeguckt hatte und mit dem «Teleboy» in den Schweizer Stuben zum TV-Hit machte. Hänslis Gag ging so: Er parkierte in der Zürcher Innenstadt seinen WM-Käfer mitten in einer verbotenen Zone. Am Scheibenwischer klemmte er einen Fünfzig-Franken-Geldschein fest mit der Notiz «Konnte keinen Parkplatz finden. Betrag für Busse bitte abziehen.» Hänsli installierte sich mit einer 16-mm-Kamera hinter einem Schaufenster auf der gegenüberliegenden Strassenseite. In kurzer Zeit bildetet sich um den falschgeparkten Käfer eine Menschenmenge. Liefen einige kopfschüttelnd davon amüsierten sich andere an der kuriosen Situation. Was aus heutiger Sicht verwundern mag: Keinem der Passanten kam es in den Sinn, die 50-Franken-Note einzupacken. Hänslis aussergewöhnliche Aktion blieb auch in den Medien nicht unerwähnt. Rund eine Woche brachte der «Schweizer Beobachter» die Situation auf den Punkt: «Die fünfzig Franken waren an dieser Windschutzscheibe sicherer aufgehoben, als das Geld auf unseren Banken.» Von B. Jäggi


Max Hänsli und ...


sein erfolgreiches Buch «Achtung Super 8!»


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