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09.03.2010

Filmpioniere Teil 16

Der Familienfilmer: Walter Oertle, Rapperswil-Jona, (geb.1925)

15 Personen gründeten am 28. Oktober 1964 den Filmclub «Rapperswil-Jona». Mit dabei war auch Walter Oertle, der auch heute noch im Club aktiv ist. Er hat dem Club als Kassier und in anderen Chargen gedient. Seine Filme sind immer wieder gelobt und mit Auszeichnungen prämiert worden. Nun berichtet er davon, wie er zum Filmen kam.

In den frühen 50er-Jahren weilte ich mit Freunden im Tirol in den Winterferien. Ein Arbeitskollege hatte eine 8-mm-Eumig-Filmkamera bei sich und machte von uns Aufnahmen. Zu Hause führte er uns mit einen Paillard-Bolex-Tri-Film-Projektor (eine Wundermaschine) die Filme vor. Die bewegten Bilder beeindruckten mich so sehr, dass ich auch ein solches Aparätchen haben musste. So erwarb ich mir eine L8-Paillard- Kamera, einen Projektor, und eine Leinwand mussten auch noch her. Der Projektor mit seiner 750-Watt-Birne zeichnete sich vor allem als Heizgerät aus. Die mit diesen Gerätschaften selbst aufgenommenen Filme imponierten mir, beeindruckten andere Zuschauer aber kaum. Um das Hobby Filmen besser lernen zu können, riet man mir deshalb, einem Filmklub beizutreten. Also trat ich der VZFA bei und besuchte dort auch einen Filmlehrkurs. Meine Zukünftige besuchte ebenfalls diesen Kurs, wie auch Wysel Gyr. Der Ländlerpapst (bekannt von «Stadt und Land») drehte daraufhin von uns beiden mit viel Enthusiasmus  den Hochzeitfilm, der uns heute noch nach über 50 Jahren grosse Freude bereitet.

Der Familienfilm war bei mir immer das Hauptthema. Die Kinder machten meistens gerne mit, und heute im erwachsenen Alter sehen sie sich gerne einen Streifen aus den vergangenen Zeiten an. Der Heizofenprojektor gab irgendwann seinen Geist auf, und als Ersatz schaffte ich mir einen Bolex-18-5-Projektor an, der heute noch tadellos funktioniert. Das Vertonen war so eine Sache, d.h. die Synchronisation von Film und Ton. Anfänglich behalf man sich einfach mit 78er Grammaphonplatten, die man gefühlsmässig mit entsprechender Musik abspielte. Später kamen Tonbandgeräte auf den Markt. Paillard-Bolex bot daraufhin ein Synchrongerät an, das ich nachträglich am Projektor 18-5 einbauen liess. Projektor und Tonband liefen synchron und der Ton war von hoher Qualität. Erstaunlich ist, dass diese alten Geräte noch heute laufen, aber man weiss nie, wann sie plötzlich ihren Dienst versagen. Die Filmkameras wurden mit der Zeit immer komfortabler. Elektromotoren ersetzten den Federantrieb, automatische Belichtung wurde Norm, der Normal-8-Film machte dem komfortablen Super-8-Film in Kassetten Platz. Der Ton wird auf einer Tonspur auf dem Film gleichzeitig mit den Bild synchron gezeichnet. Dies bedingt wiederum die Anschaffung eines neuen Zweiformats Tonprojektors. Ich schaffe mir einen Eumig-Zweiformat-Tonprojektor an. Ein praktisches Gerät, da auch der Lautsprecher im Koffer integriert ist. Zuletzt  ist es ein Bauer 610 Projektor, der ein helleres Bild projiziert und im Ton eine grössere Leistung aufweist.

Heute dürfte der Chemiefilm ausgedient haben; denn der Videofilm weist eine derart hohe Leistung auf, die in allen Belangen übertroffen ist.
Fortsetzung folgt



Die Oertles: So sieht eine gut bewaffnete Filmerfamilien aus.

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