Super8site – Das Online Fanzine für Super 8 Fans Super8site – Das Online Fanzine für Super 8 Fans


  06.11.2002
9,5 mm – das erste Amateur-Filmformat (Teil 13)


Alles wird besser

Von Ernst Wolfer

Immer mehr Firmen begannen 9,5-mm-Kameras und -Projektoren herzustellen. Dank dieser Konkurrenz wurden die Apparate immer besser und auch in ihrem Äusseren gefälliger. Eine durchaus nicht vollständige Aufzählung aus dem Jahr 1950 wies 8 Kameramodelle und 10 Projektoren und 11 Rohfilmsorten auf, darunter den Farbfilm Kodachrome. Später kam ich auf 60 Apparate und 11 Rohfilmsorten.

Schon 1937 hatte Pathé&Mac226; einen Tonfilmprojektor (Pathe&Mac226; Vox) herausgebracht, der aber mit Lichtton arbeitete und nur für das Abspielen der Filme vorgesehen war, die bei Pathé&Mac226; käuflich oder leihweise erhältlich waren, Dabei handelte es sich um Reduktionen von Kinofilmen auf 9,5 mm. Mit einer 400-Watt-Lampe ausgestattet, kostete der Projektor 1200 Franken. Ebenfalls vor dem Krieg (1938) schuf Eumig die C 39, eine Kamera mit halbautomatischer Belichtung. Für gut betuchte Filmer gab es mit der Webo-M eine Kamera der Luxusklasse: Objektivrevolver mit 3 Objektiven, Reflexsucher usw. Mit der variablen Sektorenblende konnten einwandfreie Überblendungen und Doppelbelichtungen durchgeführt werden.

Die ersten Kameras wurden alle mit Kassetten geladen, was einen raschen und sicheren Filmwechsel garantierte. Im Gegensatz zu den heutigen Super-8-Kassetten aus Plastik wurde der Film mit einer Metallandruckplatte präzise festgehalten, also der Idealfall für den Filmer. Was nicht so ideal war, war die Länge bzw. Kürze des Films, denn nur 9 Meter Filmmaterial enthielten die Kassetten. Dem stärker werdenden Wunsch nach längeren Filmen kam Pathé entgegen mit der Kamera Webo-A, die mit einer 15-Meter-Kasette geladen wurde. Doch das war immer noch zu wenig. Also entschied man sich, auf 30-Meter-Spulen zu wechseln. Die oben beschriebene Webo-M und viele Modelle anderer Fabrikanten waren nun für Spulen ausgelegt.

Bei den Projektoren waren die Amateure bald einmal unzufrieden mit den kleinen Galetten, die nur 10 Meter Film fassten. So gab es schon 1929 einen Projektor mit 100-Meter-Spulen. Konkurrenz aus anderen Ländern zeigte, dass auch formschöne Apparate möglich waren. Die Lichtstärke wurde von 100 Watt auf 400 W und schliesslich auf 750 W gesteigert. Die Röhrenlampen entwickelten aber eine ungeheure Hitze, so dass das Bonmot aufkam, auf dem Projektor XY könne man gleichzeitig Spiegeleier braten. Die Niedervoltlampe brachte dann die Wende.
(Fortsetzung folgt)

Der Tonfilmprojektor Pathé Vox-V (1937). Es handelte sich um Lichtton, der für das Abspielen von Kauf- oder Mietfilmen vorgesehen war. Lampe 400 Watt. Preis 1200 Franken.


» Zur Übersicht